Mädels zum Arapi - Großer Expeditionsbericht

JDAV Mädchenexpedition 2011 Es ist geschafft! Die erste JDAV Mädelsexpedition war erfolgreich!

Am 23. Juli 2011 machten wir uns auf den Weg nach Albanien:
Acht junge Frauen aus ganz Deutschland, begleitet von 3 Teamern. Mit dabei waren aus Augsburg als Teilnehmerinnen Mariella Kast und Diana Taubert, sowie als Teamer Ingrid Taubert und Ferdinand Triller.
Vier Wochen später waren wir alle wieder zurück: unverletzt, die Erstbegehung der Tour durch die 800m-Südwand des Arapi und unzählige Erlebnisse und neue Erfahrungen im Gepäck…

Hier ein Resümee der Aktion:
Nach der Ankunft in Albanien verbrachten wir die erste Woche zunächst im Klettergebiet Bovilla nahe der Hauptstadt Tirana. Außer Klettern an den schon bestehenden Routen des Gebiets nutzten die Mädels hier vor allem nochmals die Gelegenheit, das Bohren im Vorstieg zu üben, bevor es in die große Wand ging. Auch Rona Nushi, ein junges Mädchen aus dem Kosovo, das die Woche mit uns verbrachte, durfte ihre erste eigene Tour einbohren. Und so entstanden hier zehn neue Sportkletter- Traumtouren, bevor wir uns schließlich in Richtung Arapi – dem Hauptziel der Aktion – aufmachten.

Steffi in bestem Fels

Nach langer abenteuerlicher Anfahrt über die holprige Pass-Straße ins Thethi-Tal schlugen wir unser Lager eine gute Stunde Fußmarsch vom Einstieg entfernt, auf einer Wiese auf. Dieses wurde dann im Laufe der Ruhetage liebevoll mit Dusche, Tisch und Kühlschrank ausgestattet.

Knapp drei Wochen blieben den Mädels jetzt noch Zeit, um sich eine Linie zu überlegen, Material an die Wand zu schaffen, die höchste Wand des Balkans einzubohren, die Tour schließlich erstzubegehen und sich außerdem um Sozialprojekte mit der Dorfjugend zu kümmern. Aber wer hat gesagt, dass Frauen kein Timing haben? Dem wurde hiermit das Gegenteil bewiesen...

In Zweierteams waren die Mädels jeweils beim Bohren unterwegs, während einige auf das Lager aufpassten (manche leider unfreiwillig krankheitsbedingt…) und wiederum zwei sich um das Anbringen von Fixseilen bis einschließlich zur zehnten Länge kümmerten. Nebenher gab es diverse andere Aktivitäten: so zum Beispiel eine Wanderung zum Quellenausbruch „Blue Eye“ zusammen mit einigen Dorfbewohnern, eine Slackline- Aktion im Dorf, oder ein Treffen mit der deutschen Botschafterin in Albanien zur Übergabe der selbstgestalteten Umwelttafel.

Unsere Umwelttafel in Thethi

Und einige Bohrabenteuer später, wie abgebrochene Bohrkronen, Stürze, Steinhagel, Gewitter oder vergessene Bohrer gelang schließlich die Punktlandung: die zwanzigste Länge war vollendet und Caro und Kathi konnten als erste glücklich oben aussteigen. Alle hatten die letzten Meter mit gefiebert: die Besatzung des Camps, die alles durch’s Teleskop beobachteten und Funksprüche im Minutentakt abgaben, die beiden Teamer Ferdl und Elli, die nach erfolgreichem Durchstieg der schon bestehenden Tour „Bavaria“ am Gipfel warteten und Ruth und Lena, die zu Fuß zum Gipfel sprinteten um den Kletterinnen ihre Schuhe für den Abstieg zu bringen.

Nun reichten die verbleibenden Tage noch genau für eine Ausbesserungsaktion, für die sich zwei Mädels komplett von oben abseilten, um noch etwas zu begradigen und ein Paar Haken zu setzen. Und dann war höchste Zeit für den Durchstieg!
Auf zwei Tage verteilt konnten alle Mädels, sowie der Albaner Redi, der das Team drei Wochen lang begleitet hatte, die Tour klettern. Dabei gelangen unter anderem auch zwei Teamrotpunkts der zwanzig Seillängen bis zum Schwierigkeitsgrad 6c+.

Am Top - gemeinsam sind wir stark!

Als am zweiten Durchstiegstag wieder Mal ein Gewitter losbrach, wurde es noch einmal spannend. Aber die Mädels harrten den Regenguss geduldig in der Wand aus – schließlich war das die letzte Möglichkeit, die Tour zu klettern. Nun blieb genau noch ein Tag, um alles Material wieder aus der Wand und zurück ins Basecamp zu schaffen und schließlich zu packen....

Als Abschluss einer echten Expedition gestaltete sich schließlich die Autofahrt von Bari zurück nach Deutschland nochmal als kleines Abenteuer: schon nach 300km verweigerte einer der Busse den Dienst. Das Warten auf den Leihwagen dauerte ganze sechs Stunden… Etwas später als geplant, aber trotzdem glücklich kamen schließlich alle wieder gut zu Hause an. Die Erinnerungen an unvergessliche vier Wochen in einer super Truppe mit netten Teamern bleiben wohl noch lange erhalten!


Die Route wurde gebohrt und erstbegangen von Caro North, Ruth Stephan, Steffi Meier, Mariella Kast, Veronika Hofmann, Katharina Janosovits, Diana Taubert und Lena Kärcher.

Die Fakten zur Tour: An dieser Stelle gilt der Dank den Sponsoren und Unterstützern der JDAV-Mädelsexpedition:

Zum Weiterlesen:
Hier auch noch der "offizielle" Artikel aus dem DAV Panorama Heft 6/2011: JDAV Mädchenexpedition 2011.pdf